Ein Stück Autobahn meiner Kindheit

P'dorf, 3.1.2010

1976 übersiedelten wir nach Perchtoldsdorf bei Wien und wenig hatte für mich mehr Anziehungskraft, als die aus Beton geformte Autobahnstrecke im anderen Teil der Wohnsiedlung. In den Sommerferien stand ich dann ganz früh auf, packte meine Matchbox-Autos ein, schwang mich aufs Fahrrad und fuhr die damals unendlich lange Strecke dorthin. Und das alles nur, weil morgens der Andrang anderer Kinder noch nicht so groß war und ich die ganze Strecke für mich allein hatte. Ich war ein braungebranntes, glückliches Sommerferienkind im Autohimmel. Freie Fahrt für …

Dreißig Jahre später ist nicht mehr viel von der Idylle übrig. Die Siedlung ist überaltert und keine Kinder spielen mehr dort. Die alten Säcke haben die Zugänge rund um die Autobahn zuwachsen lassen und die Wege entfernt. Der Beton verwittert vor sich hin und gleich nun eher einer alten Skulptur, die vergessen wurde. Anziehend finde ich sie noch immer.

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